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Neuplanung des Gotteshauses

Wiederaufbau der Matthäus-Kirche Bei der Neuplanung zum Wiederaufbau der durch Bomben zerstörten Matthäus-Kirche mußte vordringlich berücksichtigt werden, eine größere Kirche zu errcihten. Das war insofern mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, weil der Turm und der Chorraum, wenn auch schwer beschädigt, im wesentlichen erhalten geblieben waren. Bei einer Verlängerung der neuen Kirche hätten entweder Chor oder Turm abgerissen werden müssen, bei einer Erweiterung nach beiden Seiten wären bei dem sehr schmalen Chorraum die Sichtverhältnisse für die seitlichen Plätze sehr schlecht geworden. Deshalb faßte man den Plan, das Läng~ schiff der neuen Kirche auf der Nordseite neben dem Turm zu errichten, so daß der Turm für eine Taufkapelle und der alte Chorraum für die Sakristei Verwendung finden konnten. Der Bereich des ehemaligen Längsschiffes der Kirche zwischen dem Turm und der heutigen Sakristei, damals geheiligter Boden, sollte heute eigentlich die Aufgabe eines Atriums, eines geweihten Vorraumes, übernehmen, als Ort der Sammlung vor dem Eintritt ins Gotteshaus. Die Neuplanung lag in Händen der Architekten Köster-Balke, Münster. Mit Rücksicht auf die Trumhöhe - nur 20 m bis zur Traufenhöhe - durfte auch das neue Kirchenschiff nicht übermäßig hoch werden. So entschied man sich für ein Gibeldach beim Hauptschiff wie auch bei dem um einige Meter niedrigeren Chorraum. Um trotzdem im Innenraum der Kirche hinreichende Raumhöhe zu bekommen, wurde der große Hohlraum des Daches als Tonnengewölbe miteinbezogen. Leicht gedämpftes Licht für den Kirchenraum erreichte man durch eine zarte Farbtönung der Fenster, durch einen weinroten Anstrich des hölzernen Tonnengewölbes des Längsschiffes und durch Farben in Weiß, Rot und Gold für das Gewölbe über dem Chorraum. Trotz der Orgelbühne, Beichtstühle und der seitlichen Bogengänge blieb die Einheitlichkeit des Raumes erhalten. Von jedem Platz aus ist der um neun Stufen höher gelegene Mtar sichtbar. Durch viele Stiftungen war die Innenausstattung der Kirche bis zum Tage der feierlichen Einweihung im Juli1953 schon fast vollständig. Hier sind unter anderem zu erwännen das Expositonum auf dem Tabernakel, die Messingleuchter auf dem Altar und die Kniebänke. Auf den Türen des Tabernakeis fmdet man in Bronzeguß wertvolle Relief-platten mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die auf das heiligste Altarssakrament hinweisen; entworfen von der Künstlerin Bach/Wild Die Kommunionbank wurde in einem Wulfener Handwerksbetrieb hergestellt, und auch die Schnitzarbeiten, Weinreben, Trauben und Ahren, wurden in Wulfen entworfen und ausgeführt, ebenso die Kanzel. Der alte Taufstein aus dem 12.Jahr-hundert hat einen würdigen Platz in der Mitte des alten Turmes gefunden. Die Türen des Hauptportals sind ganz mit Kupfer beschlagen, die beiden Handgriffe stellen Tierkörper dar. Sie sollen die guten Kräfte im Himmel und die dämonischen auf der Erde symbolisch darstellen. In dem alten Chörchen, welches wieder ein neues Gewölbe erhalten hatte, kounte die Sakristei in sehr würdiger Form untergebracht werden. Der Opfergeist der Gemeinde war damals groß, und das unermüdliche Wirken des Pfarrers Pelkum ging fast über seine Kräfte. Jeden zweiten Sountag fuhr er in eine Pfarrei des Bistums Münster, um in den Gottesdiensten, vor allem in Predigten, Geld für die Fertigstellung unserer Kirche zu erbitten. Ihm sei an dieser Stelle ein besonderes Gedenken gewidmet, verbunden mit einem herzlichen Dank für sein selbstloses Schaffen. Sein Wunsch war es, daß diese schöne Kirche den kommenden Geschlechtern durch viele Jahrhunderte Mittelpunkt des Lebens von der Taufe bis zum Tode sein möge. Grundriss
Der Grundriss der neuen Kirche - das alte Kirchenschiff ist gestrichelt dargestellt

























Westansicht der Kirch
Westansicht der Kirche





















Quelle: 800 Jahre Gemeinde Wulfen St. Matthäus 1173 - 1973